Lebenslanges Lernen: C'est la vie!

von Rena vor 8 Monaten

Es ist schon so ein Kreuz, die Sache mit dem Lernen. Irgendein kluger Mensch – ich glaube, es war mein Vater – hatte mir vor Ur-Zeiten erklärt, dass man in jungen Jahren Informationen besser speichern kann als später. (Die Sache mit Hans und Hänschen also…). Gleichzeitig steige aber mit dem Lebensalter das Vermögen, Informationen sinnvoll zu verknüpfen, Strukturen zu erkennen und logisch zu steigern (Ich glaube, das mit dem „logisch steigern“ kommt von Max Weber und ist Teil meines in sehr jungen Jahren erworbenen akademischen Wissens … heute – endlich! – kann ich es also auch sinnvoll einsetzen).

Wie komme ich darauf? Letztes Jahr saß ich in einem französischen Landgasthof und mir gelang es trotz meiner aufgrund fortgeschrittenen Lebensalters immensen Fähigkeit, logisch zu verknüpfen, nicht, mit den wenigen Vokabeln, die mir überhaupt einfallen wollten, einen für die Bedienung sinngebenden Satz zu bilden.
Ein Sprachkurs musste her! Aber pronto!

Da ich ungeduldig bin und nicht irgendwie mit 20 anderen „Sprachlosen“ irgendwann einen monatelangen VHS-Kurs (Montag von 17 bis 18 Uhr oder so) belegen wollte, weil ich noch dazu ja ein selbstorganisierter, intelligenter Mensch bin, der aus der Frontal-Unterrichtphase schon lang raus gewachsen ist – deswegen also habe ich mir so einen do-it-yourself-Kurs mit Audio-CD-Rom und 300-Seiten-Übungsbuch zugelegt.

Ja. Und es kam, wie es kommen musste: Am Anfang hab ich gelernt und geübt wie der Teufel. Hab mich gefreut, dass ich mich noch an so viel aus Schultagen erinnern konnte. Und irgendwann habe ich dann nicht mehr täglich geübt, sondern zwei-dreimal die Woche. Dann einmal die Woche. Dann keinmal. Mittlerweile habe ich den Kurs zur Hälfte durch. Ein volles Jahr ist darüber vergangen.
Und das Vokabeln-Pauken ist immer noch nicht so recht mein Fall.

Ich bin in der Selbstüberschätzungsfalle des Möchtegern-Autodidakten gelandet. Noch dazu bellt mich ständig mein Schweinehund an, wenn ich auf den Stapel nicht-gehörter und nicht-geübter Sprach-CD-Roms schaue.

Bin ich einfach nur ein fauler Sack? Oder habe ich es völlig falsch angepackt, das do-it-yourself-Auffrischungsprogramm einer Fremdsprache aus meiner Schulzeit? Gibt es Tips, die mir den Relaunch meines Bildungsprogramms erleichtern könnten und mich dann auch noch bei der Stange halten? Auch als Berufstätige? Ist autodidaktisches Lernen nur was für Eremiten und notorische Einzelgänger? Sie haben bestimmt Tipps für mich!

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1 Kommentar

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Mexi schrieb vor 8 Monaten:

Jau, ein klarer Fall von faulem Sack!! Das kenne ich selber sehr gut. Oder ist es eher eine Frage der Diskrepanz zwischen Gerne-Wollen und Koennen - sei es aus zeitlichen oder anderen praktischen Gruenden? Aber nach meinen Erfahrungen fehlt oft einfach ein Ziel als Motivation, um ein angefangenes Projekt durchzuziehen - Einzelgaenger oder nicht.


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