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Schönheit in der Postmoderne

Autor: Cornelsen Verlag, 2010    6 Autorenpunkte Fach: ,

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Schönheit in der Postmoderne Schönheitskonkurrenzen aus philosophischer Sicht mit Stimmen von Wolfgang Welsch und Jean Fran ois Lyotard. 91039 Was ist Schönheit M 3 Schönheit in der Postmoderne . Spieglein Spieglein an der Wand wer ist die Schönste im ganzen Land Schon in der Antike versuchte man das Ideal menschlicher Schönheit zu benennen. Doch ein normatives Urteil über das was schön ist gibt es nicht. Bei alljährlich stattfindenden Miss Wahlen wird das Bild eines weiblichen Idealtypus manifestiert das vor allem den Interessen der Beauty Industrie dient. Wie lässt sich dieses Phänomen aus der Sicht der Postmoderne beurteilen Die Trias des Wahren Schönen und Guten ... ist seit der Antike eng miteinander verknüpft. In den darauf folgenden Zeitaltern schritt deren Spezifizierung soweit voran dass sich die philosophischen Disziplinen Ontologie bzw. Epistemologie Ethik und sthetik ausbildeten. Ihr Konnex 1 und ihre Hierarchie blieben streng reglementiert. Erst Friedrich Nietzsche begehrt am Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Tradition auf und erklärt das sthetische zum genuin Menschlichen. Das reine Wahrnehmen ist das dem Menschen primär Gege bene. Moral erschafft sich der Mensch dann erst mittels Sprache. Dieser Gedanke wird in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts aktualisiert und nährt das reichhal tige Theorieprogramm der Postmoderne. Der Philosoph Wolfgang Welsch erklärt Wir scheinen in einer Zeit zu leben in der Nietzsches These vom Fiktionscharakter alles Wirklichen zunehmend plau sibel wird. Das liegt daran dass die Wirklichkeit selbst immer fiktionaler geworden ist. Um eine sol che Wirklichkeit zu erfassen bedarf es dann gerade eines ästhetischen Denkens. Nach Welsch ist ästhetisches Denken gegenwärtig das eigentlich realistische Heutige Wirklichkeit ist bereits wesent lich über Wahrnehmungsprozesse vor allem über Prozesse medialer Wahrnehmung konstituiert. ... Schönheitskonkurrenzen finden heutzutage weltweit statt vor dem Hintergrund des erwähnten Beziehungsgeflechts von sthetik Ethik und Erkenntnistheorie. Handelt es sich hier um wahrhaftige Schönheit oder nur um zugesprochene prämierte Schönheit Es wird ein menschliches Idealbild gekürt das einerseits von der Natur geschaffen wurde wobei heutzutage plastische Chirurgie der Natur zur Seite steht. Auf dessen Gültigkeit sich andererseits jedoch eine Jury im Sinne des Sensus communis2 erst einigen muss. Eine Misswahl ohne mediale Verbreitung ist daher schlicht paradox. Das Urteil der Juroren prägt sodann rückwirkend die Vorstellung derer die schön sein sollen oder wollen. Es scheint als ob die Legitimation der menschlichen Schönheit notwendig ist um den dahinter stehenden Interessen der Mode und Kosmetikindustrie größeres Gewicht zu verleihen und sie gleichermaßen zu vertuschen. Schließlich kreiert die Jury keinen neuen Menschentyp sondern sie findet ein Ideal das je nach Zeitgeschmack exotisch anmutig klassisch geprägt sein mag. ... Schönheitswettbewerbe sind eine Anverwandlungsstrategie die man mit dem Kitsch in der Kunst vergleichen könnte. Nicht zufällig stehen hinter Barbie und Beauty ähnliche Interessen In Ermangelung ästhetischer Kriterien ist es möglich und nutzbringend den Wert der Werke am Profit zu messen den sie erbringen. Dieser Realismus passt sich allen Tendenzen an wie das Kapital das sich allen Bedürfnissen anpasst unter der alleinigen Voraussetzung dass Tendenzen und Bedürfnisse über die nötige Kaufkraft verfügen so Lyotard3. ... Die Wahl zur Miss Germany zur Miss Europa oder Miss Universum ist unter dem ästhetischen Aspekt ein Spiel eine sinnliche Etüde nicht mehr. ... Die Schönheit im Wettbewerb ist kein Selbstzweck sondern lediglich mediales Mittel um die Macht der Profiteure zu mehren. Barbara Könches Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Spiegel online 11. Mai 2001 1 Konnex lat. Zusammenhang Verbindung 2 Sensus communis. lat. allgemeiner Sinn im weiteren Sinne Gesunder Menschenverstand 3 Jean Fran ois Lyotard 1924 1998 frz. Philosoph Vertreter der philosophischen Postmoderne. http www.cornelsen teachweb.de Autorin Dr. Karen Bauer Cornelsen Verlag GmbH Co. OHG Berlin 2002 Was ist Schönheit Aufgaben 1. Fassen Sie jeden Absatz kurz und treffend zusammen. Wie ist die Aussage des prominenten deutschen Theoretikers der Postmoderne Wolfgang Welsch 1946 zu verstehen die Wirklichkeit sei immer fiktionaler geworden Was ist damit gemeint Warum ist eine Misswahl ohne mediale Verbreitung paradox In welcher Art von Wechselbeziehung stehen Preisrichter und Kandidatinnen bei Misswahlen Wie lässt sich dieses Verhältnis graphisch darstellen 2. Lyotard benennt in seiner Aussage eine ästhetische Ersatzkategorie. Wie lautet die These des französischen Philosophen Stimmen Sie der Meinung Lyotards zu 3. In Schönheitskonkurrenzen wird nicht kreative Schönheit belohnt sondern die nahezu perfekte Annäherung an einen idealen Frauentypus. Versuchen Sie den Begriff sthetik zu definieren. Verständigen Sie sich im Anschluss darüber ob Schönheitswettbewerbe prinzipiell den Ansprüchen ästhetischer Kategorien genügen z. B. ästhetischer Genuss ästhetisches Erleben oder ob sie lediglich ein Spiel sind http www.cornelsen teachweb.de Autorin Dr. Karen Bauer Cornelsen Verlag GmbH Co. OHG Berlin 2002 Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Philosophie Sekundarstufe Cornelsen Verlag Ideengeschichtliche Perspektive Sekundarstufe Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Philosophie sthetik Sek Philosophie Arbeitsmaterialien

Information zum Unterrichtsmaterial

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Fach Philosophie
Schulform Sekundarstufe
Klassenstufe Klasse 11, Klasse 12, Klasse 13
Methodik keiner Methodik zugeordnet
Materialtyp Arbeitsmaterialien
Binnendifferenziert Nein
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Veröffentlicht 14.03.2010
Beschreibung des Unterrichtsmaterials
Schönheitskonkurrenzen aus philosophischer Sicht mit Stimmen von Wolfgang Welsch und Jean-François Lyotard.

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