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Materialblatt 3 Politische Philosophie: Machiavelli

Autor: Cornelsen Verlag, 2010    6 Autorenpunkte Fach:

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Materialblatt 3 Politische Philosophie Machiavelli Die Trennung von Politik und Moral in Machiavellis Der Fürst 91017 Der ideale Politiker M 3 Die Trennung von Politik und Moral Nicol Machiavelli 1469 1527 war sowohl Philosoph als auch politischer Pragmatiker. Sein Leben ist geprägt von der Krisenzeit der Renaissance Auflösung der mittelalterlichen Welteinheit Veränderung des Weltbildes Auseinanderbrechen der kirchlichen Macht Kriege Expansion des Handels Etablierung moderner Kapitalwirtschaft. Aus dieser Krise erwächst die Sehnsucht nach einem anderen sicheren neuen und besseren Leben. Dieses Ziel ist nach der Ansicht Machiavellis nur von einer starken Persönlichkeit zu realisieren die fähig ist den Machterwerb zu maximieren. Da nur solche Personen von einer Aura der Macht umgeben sein können die ein Vorhandensein wirklicher Macht suggerieren wendet er sich an die Figur des Fürsten und nennt sein Hauptwerk Il principe 1513 Der Fürst . Darin breitet er seinen systematischen Theorieansatz über die Technik politischen Handelns aus. Seine Ausführungen gelten als Grundlegung neuzeitlicher Staatsphilosophie Abkehr von der seit Aristoteles etablierten Einheit von Ethik konomie und Politik und stattdessen technokratische Trennung von Politik und Moral d. h. Entwicklung des Begriffs der Macht als Basisphänomen des Politischen Staatsräson . Alle Menschen und besonders die Fürsten deren hoher Standpunkt die Augen mehr auf sich zieht sind der Beurteilung und somit dem Lobe und dem Tadel unterworfen. Die Haupteigenschaften die man bei ihnen bemerkt sind etwa folgende Freigebigkeit Geiz Verschwendung Raubgier Grausamkeit Milde Treubrüchigkeit Treue Schwäche und Kleinmut Kraft und Mut Leutseligkeit Stolz Lüsternheit Keuschheit Biederkeit Hinterlist Härte Nachgiebigkeit Gesetztheit Leichtfertigkeit Religiosität Unglaube usw. Jedermann wird übereinkommen dass es die lobenswerteste Sache sei wenn ein Fürst alle die ange führten Eigenschaften die für gut gehalten werden besäße. Da aber die menschliche Natur nicht erlaubt sie alle zu haben noch ihnen vollkommen treu zu bleiben so muss der Fürst so klug sein die Schande derjenigen Laster zu vermeiden die ihm die Krone rauben würden und sich vor den anderen zu hüten wenn es ihm möglich ist. Ich fange mit den ersten der oben genannten Eigenschaften an. Es würde gut sein für freigebig gehalten zu werden. Allein bist du es so dass du dafür gehalten wirst so schadet es dir. Nichts ver zehrt sich selbst so sehr als die Freigebigkeit. Während du sie übst verlierst du die Mittel sie zu üben und wirst entweder arm und verächtlich oder um der Armut zu entgehen raubgierig und verhasst. Vor allem aber muss sich ein Fürst vor Geringschätzung und Hass hüten und die Freigebigkeit zieht ihm die eine und den anderen zu. Es ist daher größere Weisheit sich den Namen des Geizes gefallen zu lassen der Schande ohne Hass erzeugt als im Verlangen nach dem Namen der Freigebigkeit genötigt zu sein sich den Namen der Raubgier zuzuziehen die Schande mit Hass erzeugt. Wie löblich es für einen Fürsten ist sein Wort zu halten stets Redlichkeit nicht Arglist zu üben begreift jeder. Gleichwohl sieht man aus der Erfahrung unserer Zeit dass diejenigen Fürsten große Dinge getan die wenig auf ihr gegebenes Wort geachtet haben und durch Arglist die Köpfe der Menschen zu berücken wussten. Ein kluger Herrscher also kann weder noch soll er sein Wort halten wenn ihm dies Nachteil bringt und wenn die Ursachen die ihn zum Versprechen bewogen hatten nicht mehr bestehen. Wären die Menschen alle gut so würde diese Vorschrift nicht gut sein da sie aber böse sind und dir nicht Wort halten würden so brauchst auch du es ihnen nicht zu halten. Es ist daher für einen Fürsten nicht nötig alle oben genannten Eigenschaften zu haben aber wohl ist es nötig dass er sie zu haben scheint. Mehr noch ich wage zu sagen Hat er sie und bleibt ihnen immer treu so sind sie schädlich scheint er sie zu haben so sind sie nützlich. Scheine mitleidig treu menschlich gottesfürchtig redlich und sei es bleibe aber stets in deinem Sinne auf solche Weise vorbereitet dass du zum Gegenteil übergehen kannst wenn nötig wird es nicht zu sein. Ein Fürst trage daher Sorge zu siegen und den Thron zu behaupten die Mittel werden immer für ehrenvoll gehalten und von jedermann gelobt werden denn der Pöbel lässt sich immer vom Scheine hinreißen und vom Ausgang der Sache. Nicol Machiavelli Der Fürst. In A. Müller Hrsg. Philosophische Aspekte der Politik.Aschendorffs philosophische Textreihe Kurs 3. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung Münster 1986 S. 55ff. http www.cornelsen teachweb.de Autorin Monika Sahre Cornelsen Verlag GmbH Co. OHG Berlin 2003 Der ideale Politiker Arbeitsaufträge 1. 2. 3. Arbeiten Sie das Menschenbild das Machiavellis Ausführungen zugrunde liegt heraus und zeigen Sie welches Herrschaftsziel er verfolgt. Erörtern Sie schriftlich in Machiavellis Sinn eine der im oberen Abschnitt aufgeführten Eigenschaften. Wie empfinden Sie die von Machiavelli an anderer Stelle formulierte These Wer politisch handelt muss auch böses tun Diskutieren Sie darüber im Kurs und begründen Sie Ihre Meinung. Ziehen Sie dabei auch kritisch ihre eigenen Politikerprofile M 1 hinzu. Wäre ein Politiker wie Sie ihn entworfen haben politisch handlungsfähig http www.cornelsen teachweb.de Autorin Monika Sahre Cornelsen Verlag GmbH Co. OHG Berlin 2003 Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Philosophie Sekundarstufe Cornelsen Verlag Ideengeschichtliche Perspektive Sekundarstufe Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Philosophie Arbeitsmaterialien

Information zum Unterrichtsmaterial

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Fach Philosophie
Schulform Sekundarstufe
Klassenstufe Klasse 11, Klasse 12, Klasse 13
Methodik keiner Methodik zugeordnet
Materialtyp Arbeitsmaterialien
Binnendifferenziert Nein
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Veröffentlicht 14.03.2010
Beschreibung des Unterrichtsmaterials
Die Trennung von Politik und Moral in Machiavellis “Der Fürst”

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