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„Alle Muslime sind...“ 50 Fragen zu Islam und Islamophobie: Westliche und islamische Werte, Diskriminierung von Muslimen, Verbreitung des Islam

Autor: Verlag an der Ruhr, 2011    6 Autorenpunkte Fach: , , , ,

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Alle Muslime sind... 50 Fragen zu Islam und Islamophobie Westliche und islamische Werte Diskriminierung von Muslimen Verbreitung des Islam Westliche und islamische Werte Diskriminierung von Muslimen Verbreitung des Islam Dieser Ausschnitt aus dem Buch Alle Muslime sind... 50 Fragen zu Islam und Islamophobie widmet sich den Fragen Sind westliche und islamische Werte Gegensätze Werden Muslime in Deutschland und Europa diskriminiert und Warum haben viele Angst vor der Verbreitung des Islam . 60807 Alle Muslime sind 28 Sind westliche und islamische Werte Gegensätze Kritiker des Islam meinen dass es in der islamischen Welt keine Demokratie und auch keine Trennung von Religion und Staat gibt. Die Normen und Werte des Islam sind ihrer Ansicht nach nicht mit westlichen demokratischen Normen und Werten zu vereinbaren. Es stimmt dass die politischen Systeme einiger Länder des Mittleren Ostens undemokratisch sind und diktatorische Züge aufweisen. Länder wie Syrien gypten Saudi Arabien und der Iran haben alle sehr unterschiedliche Regierungsformen von denen jedoch keine als demokratisch bezeichnet werden kann. Es gibt aber auch andere muslimische Länder wie zum Beispiel die Türkei oder Indonesien die durchaus demokratische Systeme haben und in denen alle paar Jahre Wahlen stattfinden an denen auch Islam Kritiker nichts auszusetzen haben dürften. Demokratie und Islam schließen einander also nicht von vornherein aus. Wenn uns die 14 Jahrhunderte islamischer Geschichte eins gelehrt haben dann dass der Islam sehr vielseitig und wandelbar ist und alles andere als unveränderlich. Die Geschichte zeigt auch dass der Islam an keine bestimmte Staatsform gebunden ist und sich in der Praxis an viele unterschiedliche politische Systeme angepasst hat. Außerdem muss das Vorurteil abgelegt werden die Trennung von Religion und Staat sei eine ausschließlich westliche Errungenschaft die von Muslimen abgelehnt wird und darum gegen Muslime verteidigt werden muss . In den meisten muslimischen Ländern hat der Staat tatsächlich auch in religiösen Angelegenheiten ein Wörtchen mit 98 zureden. Vereinfacht ausgedrückt wird die Trennung von Staat und Kirche Moschee in westlichen Ländern nur etwas genauer eingehalten als in muslimischen Ländern. Im Westen nimmt die Regierung gegenüber religiösen Angelegenheiten eher eine neutrale Position ein und mischt sich nicht ein. Aber auch in diesen Ländern gilt in Bezug auf diese Trennung nie ganz oder gar nicht die Grenzen sind jedoch überall anders. In Frankreich beispielsweise dürfen Mädchen in der Schule und in öffentlichen Gebäuden kein Kopftuch tragen in England hingegen kann man durchaus Beamten mit Turbanen oder Kopftüchern begegnen. In England gibt es eine offizielle staatliche Kirche an deren Spitze die Königin steht. In den Vereinigten Staaten würde wohl in absehbarer Zeit kaum ein Präsident gewählt werden der nicht an Gott glaubt und seinen christlichen Glauben nicht öffentlich bekundet. Und auch in Deutschland gibt es noch einige Punkte an denen Kirche und Staat miteinander verknüpft sind Dies zeigt sich zum Beispiel in den christlichen Feiertagen politischen Parteien mit einem C im Namen der Kirchensteuer die vom Staat eingezogen wird christlich geleiteten Schulen Kindergärten oder Krankenhäusern dem ständigen Dialog zwischen Regierung und kirchlichen Einrichtungen usw. Jeder weiß natürlich dass die deutsche Regierung nicht befugt ist Priester oder Pastoren zu ernennen trotzdem werden diese an staatlichen Universitäten ausgebildet. Es ist also offensichtlich dass auch in Deutschland keine radikale Trennung zwischen Staat und Kirche besteht. Der Verbindung von westlichem und muslimischem Lebensstil begegnet man mittlerweile überall auf der Welt. Streitfälle zum Islam 99 Politik und Kopftuch Die einzelnen Bundesländer haben in Deutschland das Recht Gesetze zu erlassen die es weiblichen Beamten und Lehrkräften in öffentlichen Schu len verbieten während der Arbeitszeit ein Kopftuch zu tragen. Der Staat und damit auch jede Lehrkraft an einer öffentlichen Schule muss Neutra lität ausstrahlen. Symbole wie Kleidungsstücke die eine religiöse oder politische Bedeutung tragen können daher verboten werden. In Berlin und Hessen gilt das Kopftuchverbot vor allem für Beamte in Baden Württem berg Bayern Bremen Niedersachsen NRW und dem Saarland gilt es nur für Lehrerinnen an Schulen. Andererseits tragen Nonnen und Mönche die an staatlich anerkannten Schulen mit religiöser Leitung unterrichten durch aus ihren Habit Ordensgewand . Schüler dürfen Kleidung tragen die ih nen ihre Religion vorschreibt und die diese ausdrücken allerdings gilt das nicht unbedingt für Burkas. In anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Frankreich dürfen Schüler an öffentlichen Schulen keine religiöse Kleidung tragen. Gemischte Ehen in Deutschland 80 Prozent der Muslime in Deutschland die verheiratet sind oder in einer Beziehung leben haben einen Partner der auch Muslim ist. Bei Christen liegt dieser Prozentsatz etwas niedriger 73 Prozent der christlichen Deut schen haben auch einen christlichen Partner. Etwas mehr als die Hälfte 56 Prozent der Aleviten in Deutschland haben einen Partner der ebenfalls Ale vit ist ein Viertel haben Partner die einer anderen Strömung des Islam an gehören. Ungefähr zwei Drittel der ledigen Muslime in Deutschland schlie ßen eine Ehe oder Beziehung mit einem andersgläubigen Partner nicht aus. 42 Werden Muslime in Deutschland und Europa diskriminiert Diskriminierung bedeutet die Herabsetzung oder Be nachteiligung von Gruppen oder Individuen auf Grund von Merkmalen die eigentlich keine Rolle spielen sollten. Die betreffenden Menschen werden zu Unrecht anders behandelt. Es gibt eine ganze Menge Gründe aus denen Menschen immer wieder diskriminiert werden Nationali 148 Eröffnung der ersten Deutschen Islam konferenz 2006 vom damaligen Innen minister Wolfgang Schäuble 1942 . In dieser Runde die aus Vertretern der Politik und verschie dener muslimischer Verbände sowie besonderen Experten auf dem Gebiet der Integration von Mus limen in Deutschland besteht wird über Maßnahmen für ein verbessertes Zu sammenleben von Muslimen und Chris ten bzw. anderen Religionsgruppen diskutiert. tät Hautfarbe sexuelle Orientierung Alter Geschlecht und Religion. Diskriminierung kann in Form von zum Bei spiel rassistischen Beschimpfungen bis hin zu ungerech ter Behandlung auftreten wie zum Beispiel wenn man einen Arbeits oder Ausbildungsplatz nicht bekommt. Es kann vorkommen dass man auf Grund seines ußeren oder seiner Hautfarbe nicht in eine Disko gelassen wird seiner ethnischen Abstammung wegen beschimpft oder in Folge seiner sexuellen Orientierung zusammenge schlagen wird. Auch wenn es das Grundrecht eines jeden Menschen ist nicht diskriminiert zu werden kommt es sehr häufig trotzdem vor. Dies zeigt eine Untersuchung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte eine EU Einrichtung mit Hauptsitz in Wien . Die Agentur hat festgestellt dass einer von drei Muslimen in der EU jährlich von irgendeiner Form der Diskriminierung betrof fen ist Zahl aus dem Jahr 2009 . Männliche Muslime 34 Prozent werden häufiger diskriminiert als weibliche 26 Prozent und jüngere öfter als ältere. Von allen Minderhei ten in westeuropäischen Ländern werden vor allem Nord afrikaner Opfer von Diskriminierung. Am Rande In ost europäischen Ländern wird die Roma Minderheit am Muslime in Deutschland und Europa 149 stärksten diskriminiert. Die Mehrheit der Muslime in Euro pa die Opfer von Diskriminierung werden glaubt übrigens nicht dass der Grund dafür ihre Religion ist sondern eher ihr ußeres oder ihre Nationalität. Das Tragen von religiö ser Kleidung wie zum Beispiel eines Kopftuchs hat nur wenig oder gar keinen Einfluss auf Erfahrungen mit Diskri minierung. In Deutschland fühlt sich mehr als ein Viertel al ler Türken 28 Prozent bei der Arbeitssuche benachteiligt. Auch in der Schule kann es zu solchen Fällen von Aus grenzung kommen Einer von zehn türkischen Schülern an deutschen Schulen gibt an schon einmal Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht zu haben. Keine Anzeige 79 Prozent aller Muslime in Europa die diskriminiert werden wenden sich nicht an die Polizei oder eine andere staatliche Instanz um Anzeige zu er statten. Dadurch bleiben sehr viele solcher Vorfälle einfach unentdeckt. Die Mehrheit der Muslime die schon einmal diskriminiert wurden aber keine Anzeige erstattet haben meint dass eine Anzeige nichts daran ändern würde. Einer von drei befragten Muslimen gibt zu Das passiert andau ernd . Darum habe es einfach keinen Zweck solche Vorfälle überhaupt zu melden. 43 Warum haben viele Angst vor der Verbreitung des Islam Eine Studie der Universität Bielefeld 2009 hat ergeben dass viele Menschen in westeuropäischen Ländern Angst vor den Muslimen und der sichtlichen Zunahme des Is lam in ihrem Umfeld haben. So gaben 44 Prozent aller Befragten aus acht EU Ländern an dass zu viele Muslime in ihrem Land leben. Warum empfinden die Menschen 150 das so Warum haben so viele Menschen offensichtlich Angst vor dem Islam und oder Migranten aus muslimi schen Ländern Diese Frage ist schwer zu beantworten und es gibt viele ganz unterschiedliche Meinungen dazu. Ist diese Angst vor dem Islam die eigentliche Angst der Menschen oder fürchten sie sich in Wahrheit vor etwas ganz anderem Wird diese Angst durch die negative Dar stellung in den Medien geschürt oder von wütenden Poli tikern die zu Hass aufrufen Beides spielt dabei sicher lich eine große Rolle viele Nichtmuslime kennen die Angehörigen des Islam schließlich nur aus den Medien aber es gibt noch weitere Faktoren. Eine ablehnende Hal tung gegenüber dem Islam kann aus Vorurteilen entste hen aber auch konkrete Unterschiede in Auffassungen und Lebensweisen widerspiegeln. Ein anderer Grund ist sicherlich der dass die Wahrnehmung des Islam sich mit der Wahrnehmung von Migranten und Migration ver mischt. Oft wird kein Unterschied zwischen kulturellen Gepflogenheiten aus den jeweiligen Herkunftsländern und dem Islam gemacht von den Migranten selbst übri gens auch nicht. Traditionelle Auffassungen und Ge wohnheiten zum Beispiel über die Rolle von Mann und Frau aber auch über Regeln rund ums Heiraten und die Kindererziehung werden oft wie selbstverständlich dem Islam zugeschrieben. Dabei basieren solche Dinge viel mehr auf sozialkulturellen Unterschieden als auf religiö sen. Migration kann als Emanzipationsprozess gesehen werden. In Westeuropa und auch in Deutschland sind schon deutliche Unterschiede zwischen der ersten und zweiten und mittlerweile auch der dritten Generation von Migranten zu erkennen aber die Verwirrung bleibt trotz dem groß. Sicherlich spielt bei der Angst vor dem Islam auch eine Art von Schubladendenken eine Rolle Unter schiedliche Ansichten und Auffassungen innerhalb einer sozialen Gruppe werden den Individuen nicht zugestan den die Muslime werden auf eine einzige Karikatur ih res Wesens reduziert als wären sie eine in sich völlig ho Muslime in Deutschland und Europa 151 Die Bürgerbewegung Pro Köln protestiert gegen den Bau einer Moschee. mogene konservativ religiöse Gruppe. Umgekehrt gilt allerdings meist dasselbe Auch in Gruppen mit Migrati onshintergrund herrscht oft nur ein eindimensionales Bild der Deutschen vor. Ein letzter Faktor der im Hinblick auf die Angst vor dem Islam sicher nicht ganz unwichtig ist kann unter dem Begriff Globalisierung gefasst werden. Tagtäglich wird alles was am anderen Ende der Welt pas siert über Internet und Fernsehen verbreitet und endlos wiederholt wodurch der Schatten des Nahost Konfliktes und des Afghanistan Einsatzes auch Einzug in euro päische Wohnzimmer hält. Das hat gleich zwei unmittel bare Folgen Erstens die Radikalisierung kleiner Muslim gruppen auch in westlichen Ländern nimmt zu und zweitens die Vorstellung dass es zwischen dem Westen und dem Islam einen Clash of civilizations gibt bei dem zwei unvereinbare Kulturen aufeinanderprallen wird ver stärkt. Beide Folgen gehören nicht zur gleichen Größen ordnung aber sie bedingen und verstärken einander. Angst 1 Wir dürfen nicht die Religion benutzen um den anderen einzuschätzen oder zu übertrumpfen. Berlusconi der italienische Ministerpräsident sagte vor einiger Zeit Wir sind dem Islam überlegen . Wenn das wirklich so wäre könnten wir uns ja ganz entspannt zurücklehnen. Aber das tun wir nicht. Wir schimpfen über Muslime die kein Bier trinken und wenn sie es dann doch tun beschweren wir uns auch. Wie sie s machen machen sie s verkehrt. Wir haben Angst vor dem Islam aber gleichzeitig zelebrieren wir diese Angst regelrecht. Maurits Berger niederländischer Islamwissenschaftler Angst 2 Auf dem Gebiet der Migration gibt es sicherlich noch eine Menge Proble me die nach einer Lösung verlangen. Der Knackpunkt ist dass diese Lö sung sich nicht finden lässt solange die Probleme einseitig dem Islam als Feindbild zugeschoben werden. Das sollte ein Grund sein uns weiterhin mit dem Islam zu beschäftigen nicht um die reellen Probleme zu umschif fen sondern um sie auf ihre reellen Ursachen zurückzuführen in ihrem reellen Zusammenhang. Um die wirklichen Fragen mit realistischem Blick betrachten zu können muss man das stereotype Feindbild als Teil des Problems sehen und nicht als Teil der Lösung. Anja Meulenbelt nieder ländische Politikerin und Schriftstellerin 152 Sie möchten gerne mehr zu diesem Thema lesen Die kompletten Materialien finden Sie in unserem Online Shop. Klicken Sie auf den Link um zur Produktbeschreibung zu gelangen. Verlag an der Ruhr www.verlagruhr.de 60807 Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Ethik Philosophie Politik Sonstige Sozialkunde Sekundarstufe Verlag an der Ruhr Religion Migration Islam Glaubensrichtung religiöse Werte Islam und Deutschland Muslime Diskriminierung Sekundarstufe Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Klasse 11 Klasse 12 Klasse 13 Politik Ethik Philosophie Sonstige Sozialkunde

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Statistiken
Fächer Ethik, Philosophie, Politik, Sonstige, Sozialkunde
Schulform Sekundarstufe
Klassenstufe Klasse 8, Klasse 9, Klasse 10, Klasse 11, Klasse 12, Klasse 13
Methodik keiner Methodik zugeordnet
Materialtyp kein Materialtyp angegeben
Binnendifferenziert Nein
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Seiten 8
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Veröffentlicht 10.03.2011
Beschreibung des Unterrichtsmaterials
*Westliche und islamische Werte, Diskriminierung von Muslimen, Verbreitung des Islam* Dieser Ausschnitt aus dem Buch "Alle Muslime sind... 50 Fragen zu Islam und Islamophobie" widmet sich den Fragen "Sind westliche und islamische Werte Gegensätze?", "Werden Muslime in Deutschland und Europa diskriminiert?" und "Warum haben viele Angst vor der Verbreitung des Islam?".

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