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Die Arbeitsweise der Stasi - Ein Gruppenpuzzle (Texte A-C, Arbeitsaufträge, AB/Folie)
Autor: Oldenbourg-Klick, 2011 6 Autorenpunkte Fach: Geschichte, Politik, Sozialkunde
Weitere Materialien zu: Politik, kopiervorlage, Sekundarstufe, Geschichte, DDR, Klasse 8, Übersicht, Diktatur, Text, Unterrichtsverlauf, Sachinformation, Aufgabenstellungen, Unterrichtsinhalte, methodische Hinweise, Klärung, Auseinandersetzung, Informationstexte, Aufgabenblätter, politische Urteilsbildung, Informationsbilder, Zusammenstellung, übersicht, Sozialkunde, Klasse 9, Klasse 10, Arbeitsmaterialien
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Die Arbeitsweise der Stasi Ein Gruppenpuzzle Texte A C Arbeitsaufträge AB Folie Die Schüler und Schülerinnen lernen die Arbeitsweise der Stasi und die damit verbundenen Folgen für die DDR Bevölkerung kennen. Gruppenpuzzle Arbeitsweise der Stasi Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text A Welche technischen Methoden wurden zum Ausspionieren von politisch verdächtigen Personen verwendet M1 Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Hierzu setzte die Stasi eine in technischer Hinsicht ausgeklügelte Technik ein. Telefongespräche wurden abgehört in Ost Berlin konnten 1989 gleichzeitig 20.000 Telefone abgehört werden und in Innenräumen wurden Wanzen installiert wie zum Beispiel bei dem Bürgerrechtler Pfarrer Rainer Eppelmann. Zudem wurden Wohnungen heimlich durchsucht und Briefe geöffnet. Um an die Briefe politisch verdächtiger Personen zu gelangen wurden die Briefkästen mit versteckten Minikameras gefilmt und die Briefe dann gezielt durch eine Sonderentleerung herausgefischt. Besonders die Wohnungsdurchsuchungen waren aufwendig da die Durchsuchungen normalerweise drei bis vier Stunden dauerten und die Bewohner nichts davon merken sollten. Deshalb wurden heimlich Nachschlüssel angefertigt wozu die Originalschlüssel den betreffenden Personen erst heimlich entwendet werden mussten um Schlüsselabdrücke herzustellen. Des Weiteren mussten die Nachbarn abgelenkt werden damit niemand etwas merkte. Dies geschah meistens indem die Stasi dafür sorgte dass die Nachbarn am Arbeitsplatz in Gespräche verwickelt wurden. Außerdem wurden Minikameras z. B. in Autos Fahrradtaschen und Motorradhelme eingebaut um Leute ausspionieren zu können. Noch nicht einmal vor Gießkannen am Friedhof machte die Stasi dabei Halt. Minikameras wurden sogar in BHs eingenäht um Personen zu bespitzeln. Die Kreativität der Stasi kannte hier keine Grenzen. Sie nahm darüber hinaus sogar heimlich Geruchsproben mit staublappenähnlichen Tüchern von verdächtigen Personen und bewahrte die Proben in Weckgläsern auf um bei Bedarf eine Geruchsprobe für Spürhunde vorrätig zu haben. Die Stasi scheute also keinen technischen Aufwand um Personen auszuspähen. Die Tatsache dass sie damit gegen elementare Grundrechte wie das Post und Fernmeldegeheimnis und die Unverletzlichkeit der Wohnung verstieß kümmerte die Stasi nicht. Quellen Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Johannes Raschka Zwischen berwachung und Repression Politische Verfolgung in der DDR 1971 bis 1989. Opladen 2001 Sandra Pingel Schliemann Zersetzen Strategie einer Diktatur. Berlin 2004 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text B M2 Welche psychologischen Zersetzungstrategien benutzte die Stasi um politische Gegner einzuschüchtern Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Hierzu setzte die Stasi neben verschiedenen Abhörtechniken vor allem auch psychologische Zersetzungsmethoden ein um Oppositionelle einzuschüchtern. So wurden verdächtige Personen zum Beispiel Telefonterror ausgesetzt wie der Jenaer Schriftsteller und Psychologe Jürgen Fuchs der nachts ständig angerufen wurde ohne dass sich der Anrufer meldete und der darüber hinaus damit terrorisiert wurde dass die Stasi in seinem Namen zahlreiche Bestellungen von Zeitschriften und Dienstleistungen tätigte. Außerdem wurden Verdächtige ständig zur Polizei vorgeladen es wurden Gerüchte über Verdächtige gestreut wie zum Beispiel eine angebliche Mitarbeit bei der Stasi oder eine unmoralische Lebensweise oder Ehebruch und es wurden Kinder ihren Eltern entfremdet indem die Kinder in der Schule durch die Lehrer gegen ihre Eltern aufgehetzt wurden. Zudem inszenierte die Stasi private und berufliche Misserfolge wie zum Beispiel bei einem Mann aus Halle der sich beim Theater in Anklam um eine Anstellung bewarb. Hier sorgte die Stasi dafür dass sowohl eine Bewerbung am Theater als auch sein Antrag auf Wohnungszuweisung in Anklam abgelehnt wurden. Bei Pfarrer Rainer Eppelmann wirkte die Stasi dagegen an der Zerstörung seiner Ehe mit. Ferner veranlasste die Stasi dass verdächtigen kranken Personen falsche medizinische Gutachten ausgestellt wurden. So erhielt zum Beispiel eine Frau die schwanger war eine Bescheinigung mit der Diagnose Krebs um die politische Gegnerin zu zermürben. Eine weitere schlimme Repressalie stellte die Verhaftung unter falschem Vorwand dar. So wurden verdächtige Personen zum Beispiel einfach des Diebstahls bezichtigt um einen Haftgrund zu haben. Zudem wurden Eltern bei Verhaftungen wegen politischer Vergehen die Kinder weggenommen und in ein Kinderheim eingewiesen. In einigen Fällen wurden die Kinder dann sogar einfach zur Adoption freigegeben wie zum Beispiel im Falle von Gisela Mauritz die nach ihrer Haft verzweifelt versuchte ihr bei Haftantritt dreijähriges Kind wieder zu bekommen. Dies gelang ihr erst nach 15 Jahren als sich Mutter und Sohn völlig entfremdet hatten. Die Stasi schreckte also vor keinem Mittel zurück um Oppositionelle einzuschüchtern. Quellen Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Johannes Raschka Zwischen berwachung und Repression Politische Verfolgung in der DDR 1971 bis 1989. Opladen 2001 Sandra Pingel Schliemann Zersetzen Strategie einer Diktatur. Berlin 2004 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text C Wie gewann die Stasi neue inoffizielle Mitarbeiter IMs M3 Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Die IMs wurden dabei von der Stasi gezielt ausgesucht und angeworben. Wer der Mitarbeit als IM bei der Stasi zustimmte musste eine Verpflichtungserklärung unterschreiben in der er versprach Stillschweigen über die IM Tätigkeit zu bewahren. Außerdem erhielt er einen Decknamen wie zum Beispiel IM Klaus . Viele IMs verpflichteten sich freiwillig zur Mitarbeit bei der Stasi weil sie politisch davon überzeugt waren und oder weil sie und ihre Familien dafür materielle und berufliche Vorteile gewährt bekamen. Denn die Stasi hatte überall die Finger im Spiel und konnte zum Beispiel für die schnellere Zuweisung einer Wohnung und eine schnellere berufliche Beförderung sorgen. Andere IMs wurden aber auch mehr oder minder zur Mitarbeit gezwungen. So bot die Stasi zum Beispiel wegen politischer Vergehen inhaftierten Personen die Freilassung an wenn diese sich dazu bereit erklärten ihren Bekanntenkreis für die Stasi auszuspähen oder sie rang Jugendlichen als Wiedergutmachung für bestimmte Vergehen eine Verpflichtungserklärung zur Mitarbeit ab wie 1979 im Falle eines 17 jährigen Schülers aus Kühlungsborn als Wiedergutmachung einer Bewährungsstrafe wegen Rowdytums . Die Stasi nutzte Notlagen von Menschen also geschickt aus. Selbst auf das jugendliche Alter wurde bei der Auswahl und Anwerbung von IMs keine Rücksicht genommen. In den Schulen wurden Schüler einfach zum Schulleiter bestellt und angeworben wie im Falle einer 16 Jährigen aus dem Jahre 1986 die geringe Kenntnisse über die Stasi besaß und sich durch den Auftrag für die Stasi ein ihr bekanntes Pastorenehepaar auszuspionieren in ihrer Persönlichkeit geehrt fühlte. Außerdem konnte es bei einer Zurückweisung des Mitarbeitsangebotes bei der Stasi passieren dass die betroffene Person oder ihre Kinder berufliche Nachteile erlitten indem sie nicht den gewünschten Ausbildungs oder Studienplatz erhielten sodass für etliche Personen ein verdeckter Zwang zur Mitarbeit bestand. Besonders schlimm war dies vor allem weil oft Verwandte und Freunde bespitzelt werden sollten. Auf diese Weise gelang es der Stasi ein Klima der Angst zu schüren. Denn jeder musste in der Angst leben bespitzelt zu werden da niemand wusste wer ein Spitzel war und wer nicht zumal fast jeder in das Visier der Stasi geraten konnte. Eine falsche Bemerkung oder die Stellung eines Ausreiseantrages waren dazu ausreichend. Benutzte Literatur Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Stefan Wolle Alltag und Herrschaft in der DDR 1971 bis 1989. Bonn 1998 Klaus Behnke Jürgen Wolf Hrsg. Stasi auf dem Schulhof der Mißbrauch von Kindern durch das Ministerium für Staatssicherheit. Berlin 1998 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Arbeitsaufträge M4 Stammgruppe Zeitvorgabe 5 Minuten Einigt euch darauf wer Blatt A Blatt B und Blatt C bearbeitet und begebt euch dann in die jeweiligen Expertengruppen. Expertengruppe Zeitvorgabe 20 Minuten 1. Bestimmt einen Zeitwächter . 2. Lest den Text unter der Leitfrage in der berschrift und markiert euch die Textstellen die eine Antwort auf die Leitfrage geben. 3. Tauscht euch über eure Ergebnisse aus und ergänzt gegebenenfalls fehlende Aspekte indem ihr sie noch unterstreicht. 4. Geht danach in eure Stammgruppe zurück. Stammgruppe Zeitvorgabe 20 Minuten 1. Bestimmt einen Zeitwächter . 2. Stellt euch gegenseitig vor welche Methoden und Strategien die Stasi zur Bekämpfung politischer Gegner benutzte. Berücksichtigt dabei auch wie die Stasi neue IMs gewann. 3. Sichert eure Ergebnisse mithilfe des Schaubildes indem ihr gemeinsam die Lücken ausfüllt. Vertiefungsaufgaben Stammgruppe Zeitvorgabe 30 Minuten 1. Erklärt warum die Stasi im Volksmund VEB Horch und Guck VEB Volkseigener Betrieb genannt wurde. 2. Erläutert welche Auswirkungen die Aktivitäten der Stasi für das Zusammenleben der Menschen hatten. 3. Lest euch die folgende Situationsbeschreibung durch. Stelle dir vor du wärst in folgender Situation Du besuchst die neunte Klasse einer polytechnischen Oberschule zu DDR Zeiten. Später möchtest du gerne Arzt oder rztin werden. Selbstverständlich bist du Mitglied der FDJ Freie Deutsche Jugend Jugendorganisation der DDR . In deiner Klasse ist auch eine Mitschülerin deren Vater Pfarrer ist. Da du dich gut mit ihr verstehst trefft ihr euch ab und zu in der Freizeit. Eines Tages wirst du zum Schulleiter gerufen. Dort wartet ein Herr auf dich der dir verkündet er habe eine wichtige Aufgabe für dich Du sollst ihm darüber berichten was diese Mitschülerin und ihre Eltern über den Staat und die Politik der SED Regierung verlauten lassen. a Verständigt euch darüber welche Gefühle ihr in dieser Situation hättet. b Besprecht welche Folgen es für euch in dieser Situation hätte wenn ihr die Aufgabe übernehmt und wenn ihr sie zurückweist. c Notiert in einer Denkblase was euch in der oben geschilderten Situation durch den Kopf geht. Berücksichtigt dabei eure in a und b angestellten berlegungen. Zusatzaufgabe 4. Vor der Wiedervereinigung war zunächst umstritten ob die Stasiakten aufbewahrt oder vernichtet werden sollten und ob die Bürger der DDR Einsicht in ihre Stasiakten haben sollten oder nicht. Mit dem Stasi Akten Gesetz und der Einrichtung der Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wurde diese Möglichkeit für die DDR Bürger geschaffen. a berlegt welche Folgen eine Akteneinsicht für die Bürger in den neuen Bundesländern haben konnte und kann. b Diskutiert ob ihr die Möglichkeit für ehemalige DDR Bürger die eigene Stasi Akte einzusehen als sinnvoll erachtet oder nicht. Begründet eure Meinung. 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Stasi Ziel Erhalt der der SED M5 Bespitzelung und Zermürbung von politischen Gegnern Technische Mittel Psychologische Strategien Anwerbung von IMs Gewährung von und Ständige Vorladungen zur Vorteilen Ausnutzen von Mitarbeit gegen Freilassung oder als Wiedergutmachung für Strafe keine Rücksichtnahme auf Alter Sanktionen bei Zurückweisung des Angebots Abhören von Ständiger Installation von ffnen von Streuen von Installation von Kinder werden ihren entfremdet Heimliche Inszenierung Sammlung von in Weckgläsern oder Misserfolge Ausstellung falscher Gutachten Klima der konnte ins Visier der Stasi geraten Die Stasi verletzte rechte 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Geschichte Politik Sozialkunde Sekundarstufe Oldenbourg Klick kopiervorlage DDR bersicht Diktatur Text Unterrichtsverlauf Sachinformation Aufgabenstellungen Unterrichtsinhalte methodische Hinweise Klärung Auseinandersetzung Informationstexte Aufgabenblätter politische Urteilsbildung Informationsbilder Zusammenstellung übersicht Sekundarstufe Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Politik Geschichte Sozialkunde Arbeitsmaterialien
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Die Arbeitsweise der Stasi Ein Gruppenpuzzle Texte A C Arbeitsaufträge AB Folie Die Schüler und Schülerinnen lernen die Arbeitsweise der Stasi und die damit verbundenen Folgen für die DDR Bevölkerung kennen. Gruppenpuzzle Arbeitsweise der Stasi Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text A Welche technischen Methoden wurden zum Ausspionieren von politisch verdächtigen Personen verwendet M1 Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Hierzu setzte die Stasi eine in technischer Hinsicht ausgeklügelte Technik ein. Telefongespräche wurden abgehört in Ost Berlin konnten 1989 gleichzeitig 20.000 Telefone abgehört werden und in Innenräumen wurden Wanzen installiert wie zum Beispiel bei dem Bürgerrechtler Pfarrer Rainer Eppelmann. Zudem wurden Wohnungen heimlich durchsucht und Briefe geöffnet. Um an die Briefe politisch verdächtiger Personen zu gelangen wurden die Briefkästen mit versteckten Minikameras gefilmt und die Briefe dann gezielt durch eine Sonderentleerung herausgefischt. Besonders die Wohnungsdurchsuchungen waren aufwendig da die Durchsuchungen normalerweise drei bis vier Stunden dauerten und die Bewohner nichts davon merken sollten. Deshalb wurden heimlich Nachschlüssel angefertigt wozu die Originalschlüssel den betreffenden Personen erst heimlich entwendet werden mussten um Schlüsselabdrücke herzustellen. Des Weiteren mussten die Nachbarn abgelenkt werden damit niemand etwas merkte. Dies geschah meistens indem die Stasi dafür sorgte dass die Nachbarn am Arbeitsplatz in Gespräche verwickelt wurden. Außerdem wurden Minikameras z. B. in Autos Fahrradtaschen und Motorradhelme eingebaut um Leute ausspionieren zu können. Noch nicht einmal vor Gießkannen am Friedhof machte die Stasi dabei Halt. Minikameras wurden sogar in BHs eingenäht um Personen zu bespitzeln. Die Kreativität der Stasi kannte hier keine Grenzen. Sie nahm darüber hinaus sogar heimlich Geruchsproben mit staublappenähnlichen Tüchern von verdächtigen Personen und bewahrte die Proben in Weckgläsern auf um bei Bedarf eine Geruchsprobe für Spürhunde vorrätig zu haben. Die Stasi scheute also keinen technischen Aufwand um Personen auszuspähen. Die Tatsache dass sie damit gegen elementare Grundrechte wie das Post und Fernmeldegeheimnis und die Unverletzlichkeit der Wohnung verstieß kümmerte die Stasi nicht. Quellen Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Johannes Raschka Zwischen berwachung und Repression Politische Verfolgung in der DDR 1971 bis 1989. Opladen 2001 Sandra Pingel Schliemann Zersetzen Strategie einer Diktatur. Berlin 2004 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text B M2 Welche psychologischen Zersetzungstrategien benutzte die Stasi um politische Gegner einzuschüchtern Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Hierzu setzte die Stasi neben verschiedenen Abhörtechniken vor allem auch psychologische Zersetzungsmethoden ein um Oppositionelle einzuschüchtern. So wurden verdächtige Personen zum Beispiel Telefonterror ausgesetzt wie der Jenaer Schriftsteller und Psychologe Jürgen Fuchs der nachts ständig angerufen wurde ohne dass sich der Anrufer meldete und der darüber hinaus damit terrorisiert wurde dass die Stasi in seinem Namen zahlreiche Bestellungen von Zeitschriften und Dienstleistungen tätigte. Außerdem wurden Verdächtige ständig zur Polizei vorgeladen es wurden Gerüchte über Verdächtige gestreut wie zum Beispiel eine angebliche Mitarbeit bei der Stasi oder eine unmoralische Lebensweise oder Ehebruch und es wurden Kinder ihren Eltern entfremdet indem die Kinder in der Schule durch die Lehrer gegen ihre Eltern aufgehetzt wurden. Zudem inszenierte die Stasi private und berufliche Misserfolge wie zum Beispiel bei einem Mann aus Halle der sich beim Theater in Anklam um eine Anstellung bewarb. Hier sorgte die Stasi dafür dass sowohl eine Bewerbung am Theater als auch sein Antrag auf Wohnungszuweisung in Anklam abgelehnt wurden. Bei Pfarrer Rainer Eppelmann wirkte die Stasi dagegen an der Zerstörung seiner Ehe mit. Ferner veranlasste die Stasi dass verdächtigen kranken Personen falsche medizinische Gutachten ausgestellt wurden. So erhielt zum Beispiel eine Frau die schwanger war eine Bescheinigung mit der Diagnose Krebs um die politische Gegnerin zu zermürben. Eine weitere schlimme Repressalie stellte die Verhaftung unter falschem Vorwand dar. So wurden verdächtige Personen zum Beispiel einfach des Diebstahls bezichtigt um einen Haftgrund zu haben. Zudem wurden Eltern bei Verhaftungen wegen politischer Vergehen die Kinder weggenommen und in ein Kinderheim eingewiesen. In einigen Fällen wurden die Kinder dann sogar einfach zur Adoption freigegeben wie zum Beispiel im Falle von Gisela Mauritz die nach ihrer Haft verzweifelt versuchte ihr bei Haftantritt dreijähriges Kind wieder zu bekommen. Dies gelang ihr erst nach 15 Jahren als sich Mutter und Sohn völlig entfremdet hatten. Die Stasi schreckte also vor keinem Mittel zurück um Oppositionelle einzuschüchtern. Quellen Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Johannes Raschka Zwischen berwachung und Repression Politische Verfolgung in der DDR 1971 bis 1989. Opladen 2001 Sandra Pingel Schliemann Zersetzen Strategie einer Diktatur. Berlin 2004 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Text C Wie gewann die Stasi neue inoffizielle Mitarbeiter IMs M3 Um ihren alleinigen Machtanspruch zu sichern richtete die SED Regierung 1950 das Ministerium für Staatssicherheit MfS ein im Volksmund auch Staatssicherheit Stasi genannt. Diese Geheimpolizei nach sowjetischem Vorbild verfügte im Herbst 1989 über 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 174.000 inoffizielle Mitarbeiter IMs die nebenamtlich für die Stasi unter einem Decknamen tätig waren und ihr Informationen über bestimmte Bürger lieferten. Dazu hatte die Stasi 1989 jeden hundertsten DDR Bürger für Bespitzelungsdienste gewonnen um die Bevölkerung zu kontrollieren und jegliche politische Opposition im Keim zu ersticken. Die IMs wurden dabei von der Stasi gezielt ausgesucht und angeworben. Wer der Mitarbeit als IM bei der Stasi zustimmte musste eine Verpflichtungserklärung unterschreiben in der er versprach Stillschweigen über die IM Tätigkeit zu bewahren. Außerdem erhielt er einen Decknamen wie zum Beispiel IM Klaus . Viele IMs verpflichteten sich freiwillig zur Mitarbeit bei der Stasi weil sie politisch davon überzeugt waren und oder weil sie und ihre Familien dafür materielle und berufliche Vorteile gewährt bekamen. Denn die Stasi hatte überall die Finger im Spiel und konnte zum Beispiel für die schnellere Zuweisung einer Wohnung und eine schnellere berufliche Beförderung sorgen. Andere IMs wurden aber auch mehr oder minder zur Mitarbeit gezwungen. So bot die Stasi zum Beispiel wegen politischer Vergehen inhaftierten Personen die Freilassung an wenn diese sich dazu bereit erklärten ihren Bekanntenkreis für die Stasi auszuspähen oder sie rang Jugendlichen als Wiedergutmachung für bestimmte Vergehen eine Verpflichtungserklärung zur Mitarbeit ab wie 1979 im Falle eines 17 jährigen Schülers aus Kühlungsborn als Wiedergutmachung einer Bewährungsstrafe wegen Rowdytums . Die Stasi nutzte Notlagen von Menschen also geschickt aus. Selbst auf das jugendliche Alter wurde bei der Auswahl und Anwerbung von IMs keine Rücksicht genommen. In den Schulen wurden Schüler einfach zum Schulleiter bestellt und angeworben wie im Falle einer 16 Jährigen aus dem Jahre 1986 die geringe Kenntnisse über die Stasi besaß und sich durch den Auftrag für die Stasi ein ihr bekanntes Pastorenehepaar auszuspionieren in ihrer Persönlichkeit geehrt fühlte. Außerdem konnte es bei einer Zurückweisung des Mitarbeitsangebotes bei der Stasi passieren dass die betroffene Person oder ihre Kinder berufliche Nachteile erlitten indem sie nicht den gewünschten Ausbildungs oder Studienplatz erhielten sodass für etliche Personen ein verdeckter Zwang zur Mitarbeit bestand. Besonders schlimm war dies vor allem weil oft Verwandte und Freunde bespitzelt werden sollten. Auf diese Weise gelang es der Stasi ein Klima der Angst zu schüren. Denn jeder musste in der Angst leben bespitzelt zu werden da niemand wusste wer ein Spitzel war und wer nicht zumal fast jeder in das Visier der Stasi geraten konnte. Eine falsche Bemerkung oder die Stellung eines Ausreiseantrages waren dazu ausreichend. Benutzte Literatur Jens Gieseke Die DDR Staatssicherheit Schild und Schwert der Partei. Bonn 2000 Stefan Wolle Alltag und Herrschaft in der DDR 1971 bis 1989. Bonn 1998 Klaus Behnke Jürgen Wolf Hrsg. Stasi auf dem Schulhof der Mißbrauch von Kindern durch das Ministerium für Staatssicherheit. Berlin 1998 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Arbeitsaufträge M4 Stammgruppe Zeitvorgabe 5 Minuten Einigt euch darauf wer Blatt A Blatt B und Blatt C bearbeitet und begebt euch dann in die jeweiligen Expertengruppen. Expertengruppe Zeitvorgabe 20 Minuten 1. Bestimmt einen Zeitwächter . 2. Lest den Text unter der Leitfrage in der berschrift und markiert euch die Textstellen die eine Antwort auf die Leitfrage geben. 3. Tauscht euch über eure Ergebnisse aus und ergänzt gegebenenfalls fehlende Aspekte indem ihr sie noch unterstreicht. 4. Geht danach in eure Stammgruppe zurück. Stammgruppe Zeitvorgabe 20 Minuten 1. Bestimmt einen Zeitwächter . 2. Stellt euch gegenseitig vor welche Methoden und Strategien die Stasi zur Bekämpfung politischer Gegner benutzte. Berücksichtigt dabei auch wie die Stasi neue IMs gewann. 3. Sichert eure Ergebnisse mithilfe des Schaubildes indem ihr gemeinsam die Lücken ausfüllt. Vertiefungsaufgaben Stammgruppe Zeitvorgabe 30 Minuten 1. Erklärt warum die Stasi im Volksmund VEB Horch und Guck VEB Volkseigener Betrieb genannt wurde. 2. Erläutert welche Auswirkungen die Aktivitäten der Stasi für das Zusammenleben der Menschen hatten. 3. Lest euch die folgende Situationsbeschreibung durch. Stelle dir vor du wärst in folgender Situation Du besuchst die neunte Klasse einer polytechnischen Oberschule zu DDR Zeiten. Später möchtest du gerne Arzt oder rztin werden. Selbstverständlich bist du Mitglied der FDJ Freie Deutsche Jugend Jugendorganisation der DDR . In deiner Klasse ist auch eine Mitschülerin deren Vater Pfarrer ist. Da du dich gut mit ihr verstehst trefft ihr euch ab und zu in der Freizeit. Eines Tages wirst du zum Schulleiter gerufen. Dort wartet ein Herr auf dich der dir verkündet er habe eine wichtige Aufgabe für dich Du sollst ihm darüber berichten was diese Mitschülerin und ihre Eltern über den Staat und die Politik der SED Regierung verlauten lassen. a Verständigt euch darüber welche Gefühle ihr in dieser Situation hättet. b Besprecht welche Folgen es für euch in dieser Situation hätte wenn ihr die Aufgabe übernehmt und wenn ihr sie zurückweist. c Notiert in einer Denkblase was euch in der oben geschilderten Situation durch den Kopf geht. Berücksichtigt dabei eure in a und b angestellten berlegungen. Zusatzaufgabe 4. Vor der Wiedervereinigung war zunächst umstritten ob die Stasiakten aufbewahrt oder vernichtet werden sollten und ob die Bürger der DDR Einsicht in ihre Stasiakten haben sollten oder nicht. Mit dem Stasi Akten Gesetz und der Einrichtung der Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wurde diese Möglichkeit für die DDR Bürger geschaffen. a berlegt welche Folgen eine Akteneinsicht für die Bürger in den neuen Bundesländern haben konnte und kann. b Diskutiert ob ihr die Möglichkeit für ehemalige DDR Bürger die eigene Stasi Akte einzusehen als sinnvoll erachtet oder nicht. Begründet eure Meinung. 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Lascho Die Arbeitsweise der Stasi Wie arbeitete die Stasi Stasi Ziel Erhalt der der SED M5 Bespitzelung und Zermürbung von politischen Gegnern Technische Mittel Psychologische Strategien Anwerbung von IMs Gewährung von und Ständige Vorladungen zur Vorteilen Ausnutzen von Mitarbeit gegen Freilassung oder als Wiedergutmachung für Strafe keine Rücksichtnahme auf Alter Sanktionen bei Zurückweisung des Angebots Abhören von Ständiger Installation von ffnen von Streuen von Installation von Kinder werden ihren entfremdet Heimliche Inszenierung Sammlung von in Weckgläsern oder Misserfolge Ausstellung falscher Gutachten Klima der konnte ins Visier der Stasi geraten Die Stasi verletzte rechte 2011 Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH Schulmagazin 5 10 6 o 2011 Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Geschichte Politik Sozialkunde Sekundarstufe Oldenbourg Klick kopiervorlage DDR bersicht Diktatur Text Unterrichtsverlauf Sachinformation Aufgabenstellungen Unterrichtsinhalte methodische Hinweise Klärung Auseinandersetzung Informationstexte Aufgabenblätter politische Urteilsbildung Informationsbilder Zusammenstellung übersicht Sekundarstufe Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Politik Geschichte Sozialkunde Arbeitsmaterialien
Information zum Unterrichtsmaterial
| Fächer | Geschichte, Politik, Sozialkunde |
|---|---|
| Schulform | Sekundarstufe |
| Klassenstufe | Klasse 8, Klasse 9, Klasse 10 |
| Methodik | keiner Methodik zugeordnet |
| Materialtyp | Arbeitsmaterialien |
| Binnendifferenziert | Nein |
| Bewertung | |
|---|---|
| Seiten | 5 |
| Kommentare | 0 |
| Ansichten | 390 |
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| Veröffentlicht | 19.09.2011 |
Beschreibung des Unterrichtsmaterials
Die Schüler und Schülerinnen lernen die Arbeitsweise der Stasi und die damit verbundenen Folgen für die DDR-Bevölkerung kennen.
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